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MEER & WILDLIFE

Pinguine, Seevögel und die Überquerung der Tafelbucht

Über ihre menschliche Geschichte hinaus ist Robben Island ein windumtostes Naturparadies – Heimat von Brillenpinguinen und Seevögeln, erreichbar mit einer unvergesslichen Fährfahrt über die Tafelbucht.

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Eine Insel unerwarteter Tierwelt

Viele Erstbesucher überrascht es, dass Robben Island, so reich an menschlicher Geschichte, zugleich ein wahres Naturparadies ist. Niedrig, flach und umgeben von kaltem Atlantikwasser, beherbergt die Insel Kolonien von Seevögeln und Meeressäugern und gilt als bedeutendes Gebiet für den Vogelschutz. Die Tiere sind nicht der Grund, warum die meisten Menschen kommen, aber sie sind ein echter und lohnender Teil des Tages – vom Bus aus zu sehen, der die Insel und die Küste umrundet. Es liegt auch eine Wehmut darin: Dieselbe Abgeschiedenheit, die die Insel zum Gefängnis machte, hielt auch weite Teile unberührt und ließ der Natur Raum, zu bestehen. Ein Besuch entpuppt sich so als Übergang in eine karge Naturlandschaft ebenso wie als Reise in die Vergangenheit.

Die afrikanischen Pinguine

Die beliebtesten Bewohner sind die Brillenpinguine – dieselben liebenswerten, eselsschreienden Seevögel, die man vom Boulders Beach auf dem Festland kennt. In den letzten Jahrzehnten hat sich eine Brutkolonie auf Robben Island niedergelassen, und die Vögel sind oft in Ufernähe und im niedrigen Buschwerk der Insel zu sehen. Brillenpinguine sind leider eine bedrohte Art, deren Bestand entlang der südafrikanischen Küste stark zurückgegangen ist – was die Kolonie auf der Insel sowohl zu einer Freude als auch zu einem Anliegen des Artenschutzes macht. Eine Sichtung ist an keinem Tag garantiert – dies ist eine authentische Kulturerbe-Tour, keine Tierbeobachtungsfahrt – doch viele Besucher sind entzückt, wenn Pinguine über einen Ort watscheln, der vor allem für Mandela bekannt ist. Sie erinnern daran, dass die Insel eine lebendige Landschaft ist, nicht nur ein Denkmal.

Seevögel, Robben und der Name selbst

Die Pinguine teilen sich die Insel mit einem größeren Ensemble. Robben Island und die umliegenden Gewässer beheimaten verschiedene Seevögel – darunter Kormorane, Möwen, Seeschwalben und andere – und die Insel ist Ornithologen seit Langem für ihre Kolonien bekannt. Vor der Küste geben Robben der Insel ihren Namen: ‚Robben' ist das niederländische Wort für die Seehunde, die einst diese Felsen bevölkerten. Delfine und, saisonal, Wale ziehen durch die Tafelbucht und sind gelegentlich von der Fähre aus zu sehen. Keines davon ist der beworbene Zweck eines Besuchs, und die Tierwelt sollte als Bonus betrachtet werden, nicht als Erwartung – doch ein Blick aufs Wasser und die Küstenlinie bereichert den Tag um eine stille Freude und verbindet die heutige Ökologie der Insel mit den Jahrhunderten maritimen Lebens, die ihre Geschichte geprägt haben.

Die Fähre ab dem Nelson Mandela Gateway

Jeder Besuch beginnt mit der Überfahrt, und die Fähre ist Teil des Erlebnisses, nicht bloßes Transportmittel. Die Boote legen am Nelson Mandela Gateway neben dem Clock Tower an der V&A Waterfront ab und brauchen etwa dreißig bis fünfundvierzig Minuten, um die Insel über offenes Wasser zu erreichen. Einige der Schiffe tragen Namen aus der Geschichte der Insel selbst, wie etwa Makana, benannt nach dem Xhosa-Anführer, der hier einst inhaftiert war. Die Hinfahrt bietet eine der schönsten Aussichten Kapstadts – die Stadt und der Tafelberg erheben sich hinter Ihnen, während die Insel vor Ihnen wächst – und die Rückfahrt bietet dieselbe Panorama in umgekehrter Reihenfolge. Es lohnt sich, bei passendem Wetter an Deck zu stehen, sowohl für die Landschaft als auch für das Gefühl der Distanz, die die Insel zu einem so wirksamen Gefängnis machte.

Das Meer und das Wetter lesen

Die Table Bay liegt am offenen Atlantik, und die Überfahrt reicht von spiegelglatt an einem ruhigen Sommermorgen bis hin zu deutlich bewegt, wenn Dünung oder der berüchtigte Kapwind aufkommt. Genau die Bedingungen, die für eine holprige Fahrt sorgen, sind auch der Grund, warum Überfahrten aus Sicherheitsgründen komplett abgesagt werden – im Winter häufiger, aber zu jeder Jahreszeit möglich. Wenn Sie anfällig für Seekrankheit sind, ist es ratsam, vor dem Boarding ein Mittel einzunehmen, eine Abfahrt am Vormittag zu bevorzugen, wenn die See tendenziell ruhiger ist, und sich tief und mittig zu setzen. Denken Sie daran: Eine Überfahrt, die stattfindet, wurde als sicher eingestuft, auch wenn sie sich holprig anfühlt. Das Beobachten des Wassers ist nicht nur für das eigene Wohlbefinden klug; es ist auch Ihre beste Chance, auf dem Weg einen Delfin oder einen Wal in der Ferne zu entdecken.

Kleiden Sie sich wind- und wasserfest

Die Lage der Insel bestimmt, was Sie einpacken sollten. In der Bucht ist es deutlich kühler und windiger als am geschützten Waterfront – packen Sie also auch an einem warmen Kapstädter Tag eine winddichte Schicht ein, dazu Sonnenschutz für die baumlose, gleißende Landschaft und bequeme Schuhe für das Gelände der Insel. Ein Fernglas belohnt Naturfreunde, und Kamera oder Handy halten sowohl die Pinguine als auch die berühmten Blicke zurück zum Tafelberg fest. Halten Sie Ihre Buchungsbestätigung und Ihren Ausweis für das Boarding bereit. Wer den Tag als kleine Seereise wie auch als Museumsbesuch begreift – mit Wetter, Wildtieren und Überfahrt als Teil des Ganzen –, ist bestens gerüstet, um die natürliche Dimension von Robben Island neben ihrer tief bewegenden menschlichen Geschichte zu genießen.

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